22. September 2026

Hölzerne Bergwerkstür mit der eingebrannten Aufschrift Bergwerk steht offen, dahinter liegen bunte Edelsteine und eine kleine weiße Schatzkiste

Was für ein Trubel im Soonwald! Am 20. September kamen beim Soonwald-Erlebnistag rund 15.000 Besucherinnen und Besucher zum Walderlebniszentrum Soonwald. Überall gab es etwas zu entdecken: Maschinenvorführungen, regionale Produkte, Musik, Kinderprogramm und natürlich jede Menge Angebote rund um den Wald. Mittendrin war auch Wald & Wunder und ich war natürlich als Holla die Waldfee unterwegs, mit meiner Familientour „Gemeinsam zu den Zwergen".

Ein Zauberer, der unsichtbar blieb

Eigentlich sollte mich dabei Zauberer Domgolf Dornmoos begleiten. Aber wie das mit Zauberern manchmal so ist, kam alles ein bisschen anders als geplant. Domgolf hatte sich verletzt und konnte leider nicht dabei sein. Ganz ohne ihn wollte ich die Geschichte aber nicht erzählen. Also bekam sein Fehlen kurzerhand eine magische Erklärung:

Domgolf war am Morgen schon zum Zwergendorf aufgebrochen. Dort hatte er eine verlockend aussehende Beere entdeckt und natürlich davon genascht. Dummerweise war es eine Schweigebeere. Und als er den bitteren Geschmack schnell wieder loswerden wollte, griff er auch noch zum falschen Fläschchen. Zack, der Unsichtbarkeitstrank!

Ein großer, flach abgetretener Sandsteinblock voller Moos liegt am Fuß einer Buche, ringsum Laub, junge Bäume und kein Mensch weit und breit

Nun war Domgolf also stumm und unsichtbar. Und als wäre das noch nicht genug, tauchte auch noch der gierige Trollkönig auf, der es auf die geheimnisvollen Mondsteine der Zwerge abgesehen hatte. Domgolf schaffte es gerade noch, die Zwergenmine mit einem Zahlenschloss zu sichern. Doch auf seiner Flucht vergaß er natürlich die Zahlenkombination.

Gesehen habe ich ihn an diesem Tag übrigens kein einziges Mal. Nur der große Stein am Fuß der alten Buche, auf dem er sonst so gerne sitzt, war auffällig frei.

Flücki, Igelbert, Bubo und Hammy

Zum Glück hatte er seine vier tierischen Begleiter im Wald verteilt. Bei Fledermaus Flücki, Igel Igelbert, Uhu Bubo und Eichhörnchen Hammy warteten Hinweise und kleine Aufgaben auf die Kinder.

Jedes der vier Tiere hütete eine Schriftrolle, und auf jeder Schriftrolle stand eine Aufgabe. Auf einer davon bat Domgolf die Kinder zum Beispiel, seine verlorenen Zipfelmützen zu zählen. Die Anzahl war die letzte Ziffer des Codes.

Handgeschriebene Schriftrolle auf gealtertem Büttenpapier, auf der Domgolf von den verlorenen Zipfelmützen berichtet und die Kinder bittet, sie zu zählen
Eine rote Filz-Zipfelmütze liegt auf einem moosigen liegenden Stamm, darunter wächst eine Gruppe hellgelber Schüpplinge aus dem Totholz

Gemeinsam wurde gerätselt, gefühlt, gelauscht und kombiniert. Stück für Stück kam die Gruppe dem geheimen Code näher. Und tatsächlich: Am Ende ließ sich die Tür zur Zwergenmine öffnen!

Der Schatz in der Zwergenmine

Dahinter wartete ein Schatz aus bunten Edelsteinen. Jedes Kind durfte sich einen davon aussuchen. Besonders geheimnisvoll war eine leuchtende Schatzkiste mit weißen Edelsteinen. Schon durch den geschlossenen Deckel schimmerte ihr Licht und beim Öffnen strahlte sie richtig hell.

In dunkler Höhle steht eine geöffnete weiße Schatzkiste auf einem Bett aus bunten Edelsteinen, aus ihrem Inneren leuchten weiße Steine warm heraus

Am nahegelegenen Feenweiher erzählte ich die dazu passende Geschichte von der „Wiege des Mondlichts", die davon berichtet, wie die Zwerge einst die geheimnisvollen weißen Edelsteine fanden. So bekam unser kleines Abenteuer noch einen märchenhaften Abschluss.

Wenn im Wald etwas anders läuft als geplant

Ganz reibungslos verlief der Tag aber nicht. Während meiner Mittagspause entdeckte ich, dass einige meiner vorbereiteten Schriftrollen und Materialien verschwunden oder an andere Stellen gelegt worden waren. Für die nächste Führung musste ich deshalb spontan umplanen und die Geschichte etwas anders erzählen. Die Rätsel und Aufgaben konnten zum Glück trotzdem stattfinden, und die Kinder hatten ihren Spaß und ein tolles Erlebnis. Für mich war es wieder einmal eine gute Erinnerung daran, dass Waldpädagogik auch bedeutet, flexibel zu bleiben und aus dem Moment heraus zu reagieren.

Die ersten beiden Führungen waren bereits im Vorfeld ausgebucht. Die dritte Tour fiel schließlich wegen der geringen Teilnehmerzahl und des einsetzenden Regens aus.

Während meiner Mittagspause blieb sogar noch Zeit für ein kurzes Interview mit RPR1-Moderator Thomas Stüber vor der Bühne. Und natürlich gab es an diesem Tag auch viele schöne Begegnungen: bekannte Gesichter, meine Familie und immer wieder Menschen, die neugierig auf meine Arbeit waren.

Eine Waldfee aus Wolle

Eine Begegnung hat mich dabei ganz besonders überrascht: Als ich am Nachmittag mit meiner Familie über den Markt schlenderte, wurden wir an einem Stand mit gestrickten und gehäkelten Sachen angesprochen. Die Ausstellerin zeigte mir eine Puppe, die sie nach meinem Vorbild gehäkelt hatte! Sie hatte mich bereits vor zwei Jahren als Holla die Waldfee mit meinen langen roten Haaren gesehen und fand die Figur offenbar so schön, dass sie sich zu Hause hingesetzt und eine Waldfeenpuppe nach meinem Vorbild angefertigt hatte.

Gehäkelte Puppe, die Holla die Waldfee nachempfunden ist: lange rotbraune Locken, grünes Oberteil und ein bunt schillernder Rock in Blau, Grün und Violett, auf einem Fell an einem Marktstand

Ich war völlig begeistert und am Ende durfte die kleine Holla sogar mit nach Hause kommen. Eine wirklich schöne und unerwartete Begegnung, die mir noch einmal gezeigt hat, wie viele unterschiedliche Menschen man bei so einem großen Waldtag erreichen kann.

Und genau das nehme ich von diesem Tag mit: Bei all dem Trubel, den vielen Ständen und Programmpunkten ging es am Ende immer wieder um eines: die Freude am Wald. Die Menschen wollen raus, sie wollen entdecken, staunen und selbst etwas erleben.

Und manchmal braucht es dafür gar nicht viel. Ein paar Waldwege, eine geheimnisvolle Geschichte, ein bisschen Fantasie und natürlich einen Zauberer, der irgendwo unsichtbar im Wald herumspukt. 😉


Möchtest du einen Kindergeburtstag im Wald feiern, bei dem Holla die Waldfee vorbeischaut? Oder mit deiner Gruppe auf Schatzsuche im Wald gehen? Dann schau bei den Gruppenangeboten vorbei. Bei Fragen melde dich gerne bei mir.

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