15. September 2026

Reagenzglasständer mit sechs Gläsern, in denen Rotkohlsaft in Rosa-, Rot- und Violetttönen steht, daneben zwei Kinderhände mit einer Pipette

Wie lässt sich Wissenschaft eigentlich am besten entdecken? Natürlich: selbst ausprobieren!

Am vergangenen Wochenende war ich im Rahmen meiner Tätigkeit als ScienceLab-Kursleiterin beim Mainzer Wissenschaftsmarkt dabei. ScienceLab war dort im Auftrag von Boehringer Ingelheim mit einem Mitmachangebot für Kinder vertreten. Gemeinsam mit meiner Kollegin Ursula Horsten, die die Projektleitung übernommen und die beiden Experimentiertische vorbereitet hatte, konnten wir kleine und große Besucher zum Forschen, Staunen und Ausprobieren einladen.

Banner des Mainzer Wissenschaftsmarkts mit dem Schriftzug WIMA, dem Datum 12. und 13. September 2026 und dem Veranstaltungsort Platz der Mainzer Republik Mainzer Wissenschaftsallianz

Bereits am Freitag war der Wissenschaftsmarkt für Schulklassen geöffnet. Am Samstag und Sonntag konnten dann alle Interessierten vorbeikommen. Trotz des eher durchwachsenen Wetters am Sonntag war an unseren Tischen ordentlich etwas los.

Was steckt eigentlich in unseren Lebensmitteln?

An meinem Tisch drehte sich zunächst alles um Lebensmittel und ihre Inhaltsstoffe. Verschiedene Lebensmittel und Lebensmittelverpackungen sollten den drei großen Gruppen Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate zugeordnet werden. Mit Hilfe von Kontrollkarten konnten die Besucher anschließend selbst überprüfen, ob ihre Sortierung stimmte.

Drei Körbe mit den Schildern Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette, daneben eine Kiste mit Milch, Eiern, Nudeln, Olivenöl und Joghurt sowie die Aufgabenkarte “Was gehört wohin?”

Auch ein Ei sorgte für Staunen. In einem Glas konnten die kleinen und großen Forscher beobachten, wie sich rund um ein rohes Ei in Essig kleine Bläschen bildeten. Die Säure des Essigs reagiert mit der kalkhaltigen Eierschale und löst sie nach und nach auf. In einem zweiten Glas ließ sich das Ergebnis dieses Prozesses schon in die Hand nehmen: ein Ei ganz ohne Schale, weich und erstaunlich wabbelig.

„Warum fühlt sich dieses Ei denn so anders an?"

Solche Fragen waren für mich der schönste Teil des Tages. Denn genau darum geht es beim Forschen: erst einmal genau hinschauen, beobachten, Fragen stellen und dann gemeinsam herausfinden, was dahintersteckt.

Rotkohlsaft als kleiner Chemiedetektiv

Besonders beliebt war unser Experiment mit Rotkohlsaft. An zwei kleinen Forscherplätzen konnten die Kinder selbst mit Pipetten arbeiten und verschiedene Flüssigkeiten untersuchen.

Zunächst wurde der lila Rotkohlsaft in fünf Reagenzgläser verteilt. Dann kamen nacheinander Wasser, Zitronensaft, Essig, Natron und Soda dazu. Und plötzlich wurde sichtbar, dass Flüssigkeiten, die für unsere Augen fast gleich aussehen, ganz unterschiedliche Eigenschaften haben können.

Becherglas mit dunkelrotem Rotkohlsaft und einer Pipette, daneben ein pinker Messbecher, im Hintergrund die Farbskala für pH-Werte Ursula Horsten

Der Rotkohlsaft veränderte seine Farbe: Mit Zitronensaft wurde er pink, mit Essig sogar kräftig rot. Natron ließ ihn blau werden und mit Soda entstand wieder ein schönes kräftiges Grün.

Patricia Niklaus hält am Experimentiertisch ein Reagenzglas hoch, davor ein Ständer mit Rotkohlsaft in Pink, Rot, Blau und Grün Ursula Horsten

Damit wurde der Rotkohlsaft zu einem kleinen Chemiedetektiv. Er zeigte den Kindern etwas, das sie mit bloßem Auge vorher nicht erkennen konnten: welche Flüssigkeiten sauer sind und welche in die andere Richtung gehen.

Natürlich wollten die Kinder anschließend auch noch wissen, was mit ihren Lieblingsgetränken passiert. Apfelsaft, Fanta und Sprite wurden ebenfalls getestet. Obwohl die Kinder die Getränke vor allem als „süß" beschrieben, zeigte der Rotkohlsaft deutlich: Auch in süßen Getränken steckt eine ganze Menge Säure.

Und wie machen das eigentlich die Wissenschaftler im Labor? Die können schließlich nicht jeden Tag Rotkohl kochen! Dafür gibt es unter anderem pH-Teststreifen, die die Kinder ebenfalls ausprobieren durften. Anhand einer Farbskala konnten sie die Ergebnisse miteinander vergleichen.

Auch das Auge wurde erforscht

Am zweiten Forschertisch ging es um ein ganz anderes spannendes Thema: unseren Sehsinn.

Ursula hatte ein großes, auseinandernehmbares Augenmodell dabei, an dem alle Besucher entdecken konnten, wie ein Auge aufgebaut ist. Dazu gab es verschiedene Mitmachstationen rund ums Sehen: optische Täuschungen, Experimente mit Linsen und Farbstrahlern, Facettenlinsen und eine Bilderwand mit ganz unterschiedlichen Augen aus der Tierwelt und noch vieles mehr.

Forschertisch zum Sehsinn mit aufklappbarem Augenmodell, Tabletts mit optischen Täuschungen und Versuchskarten Ursula Horsten

So wurde auch hier Wissenschaft nicht nur erklärt, sondern sichtbar, begreifbar und erlebbar.

Ob kleine Nachwuchsforscher oder neugierige Erwachsene: An beiden Tagen wurde ausprobiert, beobachtet, gestaunt und natürlich auch die eine oder andere überraschende Entdeckung gemacht. Und genau das hat den Mainzer Wissenschaftsmarkt für mich so besonders gemacht.

Ursula Horsten mit einem aufklappbaren Augenmodell und Patricia Niklaus mit einem Becherglas voller Pipetten am Forscherstand

Denn manchmal braucht es gar kein großes Labor. Ein bisschen Rotkohlsaft, eine Pipette und eine gute Forscherfrage reichen schon aus, um neugierig zu werden und selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.

Wissenschaft macht Spaß. Vor allem, wenn man selbst mitmachen darf!


Du möchtest Forschen und Experimentieren zu dir in die Einrichtung holen? Wie das in Kita und Schule aussieht, zeige ich bei den ScienceLab-Kursen. Für draußen gibt es die Walddetektive und meine Waldtage. Bei Fragen melde dich gerne bei mir.

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