10. September 2026

Selbst gebaute Feuerstelle aus Ästen und Steinen mit Flammen aus orangefarbenem Krepppapier, ringsherum stehen Kinder in Gummistiefeln

Ende August und Anfang September hieß es für meine drei Waldgruppen endlich wieder: Rucksack packen und ab in den Wald! Nach der Sommerpause sind die Waldfüchse, die Ahörnchen und die Wölfe wieder gestartet und die Freude über das Wiedersehen war bei den Kindern und mir gleichermaßen groß.

Der Sommer hat dem Wald in diesem Jahr einiges abverlangt. Extreme Hitze und Trockenheit waren deutlich zu sehen, besonders an den Ahornbäumen. Manche standen schon erstaunlich kahl da, andere hatten vertrocknete Blätter. Gleichzeitig konnte man beobachten, wie an vielen Bäumen zahlreiche Früchte heranreiften. Die Natur hat eben ihre ganz eigenen Strategien, mit schwierigen Bedingungen umzugehen.

Auch die vielen Waldbrände in diesem Jahr haben mich nachdenklich gemacht. Umso wichtiger finde ich es, mit den Kindern nicht nur die schönen Seiten des Waldes zu entdecken, sondern auch darüber zu sprechen, was ihn gefährdet und was wir selbst zu seinem Schutz beitragen können.

Was braucht Feuer eigentlich zum Brennen?

Deshalb haben wir uns in allen drei Gruppen mit dem Thema Feuer und Waldbrand beschäftigt. Zunächst haben wir gemeinsam überlegt: Was braucht Feuer überhaupt, damit es brennen kann? Anschließend haben wir unsere Vermutungen ausprobiert und dabei das sogenannte Verbrennungsdreieck kennengelernt: Sauerstoff, Wärme und brennbares Material.

Ein Kind bückt sich im Wald und hebt etwas vom Waldboden auf, von hinten fotografiert

Danach wurde es praktisch. Die Kinder sammelten verschiedene Waldmaterialien und sortierten sie danach, wie leicht oder schwer sie brennen können und was überhaupt nicht brennbar ist. Dabei entwickelten sie erstaunlich schnell ein gutes Gespür dafür, welche Materialien besonders leicht entzündbar sind.

Für Bewegung sorgte anschließend unser Waldbrandspiel. Die Kinder schlüpften in die Rolle von Waldtieren und mussten versuchen, sicher auf die andere Seite des Waldes zu gelangen. Dabei durften sie der Feuerlinie, dargestellt von einer Waldpädagogin 😉, nicht zu nahe kommen. Je mehr Tiere vom Feuer erwischt wurden, desto größer wurde die Feuerlinie. Da hieß es: gut aufpassen, schnell reagieren und einen sicheren Weg finden!

Die Waldfüchse und die Ahörnchen ließen danach noch fliegende Funken entstehen. Aus Korken und Krepppapier bastelten sie kleine Funkenflieger, mit denen sie ein zuvor errichtetes Lagerfeuer „anzünden" durften.

Bei den Ahörnchen regnete es während der Gruppenstunde allerdings so kräftig, dass wir uns zeitweise unterstellen mussten und alle Stöcker patschnass waren. Also hieß es: improvisieren! Kurzerhand bauten wir ein Lagerfeuer aus Sitzmatten, damit unsere gebastelten Funken nicht völlig durchnässt wurden. Beim anschließenden Zielwerfen hatten jedenfalls alle einen Riesenspaß.

Aus bunten Sitzmatten gebautes Lagerfeuer mit einem roten Wurfteller und Flammen aus Krepppapier in der Mitte

Die Ahörnchen würden sich übrigens über zwei oder drei neue Waldentdecker aus der ersten oder zweiten Klasse freuen. Wenn euer Kind Lust auf regelmäßige Waldzeit, Naturentdeckungen, Spiele und kleine Abenteuer hat, meldet euch gerne bei mir.

Zeit zum Spielen und Abhängen

Die Wölfe, unsere Gruppe für Kinder ab der dritten Klasse, haben ihre erste extralange Gruppenzeit nach der Umstellung auf weniger, dafür längere Gruppenstunden sichtlich genossen. Durch die zusätzliche Zeit blieb neben unserem Programm noch genügend Raum zum Klettern, Spielen und einfach zum Sein.

Denn gerade nach einem oft anstrengenden Schulalltag brauchen Kinder manchmal genau das: Zeit, in der nichts erledigt werden muss. Zeit zum Herumstromern, Ausprobieren, Quatschmachen und Abhängen. Die Fotos zeigen das ganz wunderbar.

Für die Wölfe hatte ich noch ein weiteres Angebot vorbereitet. Eine eigene Schnur aus Naturmaterial herstellen, so wie es schon unsere Vorfahren getan haben. Dazu haben wir vorsichtig die Fasern von Brennnesseln freigelegt und daraus mit viel Geschick Schnüre gedreht. Das war gar nicht so einfach, wie es zunächst aussah! Umso größer war die Begeisterung, als die Kinder am Ende feststellten, wie stabil und reißfest ihre selbst gedrehten Schnüre tatsächlich waren.

So unterschiedlich die drei Gruppen auch sind, eines haben sie gemeinsam: Im Wald gibt es immer etwas zu entdecken, auszuprobieren und zu erleben.

Und jetzt freuen wir uns auf viele weitere Waldstunden, neue Entdeckungen und all die kleinen und großen Dinge, die uns der Wald in diesem Jahr noch zeigen wird.


Du möchtest, dass dein Kind regelmäßig mit in den Wald kommt? Auf der Seite Waldgruppen für Kinder stelle ich die drei Gruppen ausführlich vor. Zu den laufenden Kursblöcken geht es hier: Waldfüchse für Kitakinder ab 4 Jahren, Ahörnchen für die 1. und 2. Klasse und Wölfe für die 3. und 4. Klasse. Bei Fragen melde dich gerne bei mir.

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