7. September 2026

Am 28. August ging es um “Messer und Holz” am Walderlebniszentrum Soonwald. Das ist ein zweistündiger offener Schnitzkurs für Familien mit Kindern, bei dem am Ende niemand mit leeren Händen nach Hause geht.
Es war eine sehr harmonische und entspannte Atmosphäre, auch wenn wir uns aufgrund des Wetters unter das Vordach der Werkstatt begeben mussten. Alle Kinder kamen in weiblicher Begleitung, entweder durch die Mama oder die Oma, und alle waren voller Eifer bei der Sache.
Bevor die ersten Späne fliegen
Vor dem Kurs baue ich immer die Tische auf. Auf einem Tisch habe ich Beispiele für verschiedene Schnitzmesser, ein paar Schnitzbücher und die Musterstücke ausgelegt: ein Herz, ein Blatt, einen kleinen Wal, mehrere Pilze und einen Vogel auf einem Stamm. Anhand der gezeigten Messer besprechen wir die Unterschiede und Vor- und Nachteile, was hilfreich sein kann, wenn eigene Schnitzmesser angeschafft werden sollen. Die Musterstücke und Schnitzbücher geben Anregungen zur Frage: Was kann ich denn überhaupt schnitzen?
Auf einem weiteren Tisch lagen die Schnitzmesser, Schnittschutzhandschuhe, Schleifpapier und eine Kiste voller Eichelhütchen und Bleistifte bereit. Wenn man das Ende der Bleistifte zu einem Pilzstiel schnitzt, kann man das Eichelhütchen als Kappe aufkleben und erhält total süße, selbstgefertigte Pilzstifte.
Auf dem dritten Tisch war dann das Wichtigste, nämlich unser Holz zum Schnitzen. Ich hatte diesmal Stecken und Holz verschiedener Baumarten mitgebracht: Weide, Hasel, Kirsche, Linde und Ahorn. Der Renner war ganz klar die Linde. Mit ihrem weichen Holz ist sie optimal für Schnitzanfänger oder jüngere Kinder geeignet.
Erst die Regeln, dann das Messer

Bevor es richtig losgeht, besprechen wir immer erst die Schnitzregeln. Dafür gibt es gereimte Merksprüche:
- Schnitzen nur im Sitzen.
- Von mir weg in den Dreck.
- Finger zu mir ran, dann bleiben sie auch dran.
- Blick zum Messer, dann geht’s besser.
- Nachbar fern, das sehe ich gern.
Dieselben fünf Regeln stehen auch auf dem Schnitzdiplom, das zum Kurs gehört und das jedes Kind am Ende mit nach Hause nehmen kann. So können sie bei Bedarf nachgelesen werden und ermöglichen auch zu Hause ein sicheres und möglichst verletzungsfreies Arbeiten. Dass ein Schnitzmesser immer möglichst scharf sein sollte und warum, besprechen wir ausführlich beim Workshop.
Nach den Schnitzregeln habe ich kurz die verschiedenen Holzarten und ihre Eigenschaften vorgestellt, damit jeder das richtige Material für sein Projekt auswählen konnte.
Danach bekam jeder sein Messer und durfte mit dem Schnitzen beginnen.
Was an diesem Nachmittag entstanden ist
Umgeben von vielen Spänen konnten wir am Ende viele verschiedene schöne Werke bewundern: einige Bleistifte mit rot bemalten oder naturbelassenen Pilzhütchen, ein schöner Wanderstock, ein Stock mit Spiralmuster und ein Löffel mit ausgehöhlter Laffe. Dazu noch ein weiterer Wanderstock mit einem geschnitzten Herz als Spitze und noch mehr Pilze.
Alle Stücke auf den Fotos wurden von Teilnehmern gefertigt. Die Kinder im Workshop waren diesmal noch ziemlich jung, zwischen 4 und 7 Jahren. Ich fand es sehr beeindruckend, wie langanhaltend konzentriert sie beim Schnitzen bei der Sache waren und was für schöne Ideen sie umgesetzt haben. Auch die erwachsenen Begleiter waren mit viel Freude dabei und konnten, wenn sie nicht gerade unterstützen mussten, eigene Projekte umsetzen. Fazit von allen war: Es war ein sehr schöner Abend, der gerne wiederholt werden sollte.
Beim nächsten Mal dabei sein
Zum Glück gibt es dazu Gelegenheit: Der Workshop “Messer und Holz” wird dieses Jahr noch einmal am Walderlebniszentrum Soonwald angeboten. Der nächste Termin ist am 2. Oktober, wieder von 16:30 bis 18:30 Uhr, für Kinder ab ca. 8 Jahren zusammen mit einer erwachsenen Person. Also meldet euch gerne dazu an und seid dabei, wenn erneut die Späne fliegen.
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