19. Juli 2026

Selbst geschnitzter und rot bemalter Fliegenpilz aus Holz vor sonniger Waldlichtung

In den ersten drei Wochen der Sommerferien war ich bei der Ferienfreizeit “Waldspaß” am Walderlebniszentrum Soonwald als Gruppenbetreuerin dabei. Jede Woche kam eine neue Gruppe Kinder zusammen, und jede Woche durfte ich sie ein Stück durch den Sommerwald begleiten. Vormittags richteten wir uns unseren Waldplatz ein und entdeckten die Natur, nachmittags wurde in den Workshops gewerkelt, gebastelt und geschnitzt. Drei Wochen voller kleiner Abenteuer, und hier nehme ich dich mit zurück.

Vormittags im Wald

Morgens trafen wir uns zunächst in unserem Gruppenraum. Wenn alle Kinder da waren, ging es in der Regel direkt raus in den Wald an unseren jeweiligen Waldort. Diesen machten wir zu unserem eigenen, indem wir aus Ästen ein Waldsofa bauten oder ein Tarp aufspannten. So entstanden Plätze, die für die Kinder gleichzeitig Treffpunkt, Ruheplatz und Basislager waren.

Dann ging es auf Erkundung. Es wurde getobt und gespielt, gebaut und gelacht. Wir spielten Sinnes- und Vertrauensspiele, bei denen sich die Kinder mit verbundenen Augen ganz auf ihr Gehör und ihre Hände verlassen mussten, oder das beliebte Spiel “Reh und Wolf”, bei dem es um gutes Verstecken und Tarnen, Anschleichen, aber auch um genaues Hinsehen und Entdecken geht. Highlight vieler Kinder war auch der große Schlammbereich, von den Kindern liebevoll “Moor” genannt. Hier wurden mit Brettern und Ästen verschiedenste Brücken gebaut, aber dennoch blieb der ein oder andere Ausrutscher nicht aus und es mussten einige Gummistiefel aus dem Matsch geborgen werden. Die Kinder hatten dabei einen Riesenspaß und es war gut, dass wir am Walderlebniszentrum fließendes Wasser hatten, um die kleinen “Wildschweine” vor dem Essen wieder etwas sauber zu spritzen.

Einmal pro Woche haben wir den Vormittag in der Waldwerkstatt verbracht. Hier konnten die Kinder nach Lust und Laune kreativ werden und haben die schönsten Kunstwerke erschaffen. Nebenbei erlernten sie den Umgang mit verschiedenen Werkzeugen.

Immer wieder nachgefragt war auch das Schnitzen.

Mit dem Schnitzmesser wurde aus einem einfachen Stück Holz nach und nach etwas Eigenes: so entstanden zum Beispiel ein Messer zum Üben, dann wurden die Wanderstöcke mit kleinen Fliegenpilzen gekrönt, die anschließend rot bemalt und weiß getupft wurden, und sogar ein Vogel mit gelbem Schnabel wurde aus dem Holz herausgearbeitet. Vor dem ersten Span standen feste Schnitzregeln, und mit jeder Übung wuchs bei den Kindern der Stolz auf das eigene Werk sichtbar mit.

Kleine Entdeckungen am Wegesrand

Der Wald steckt im Sommer voller Leben, und Kinder haben dafür die besten Augen. Immer wieder blieben wir stehen, weil jemand etwas entdeckt hatte: ein Tagpfauenauge auf den Blüten des Dost, ein Schmetterling, der sich sogar auf einer Hand niederließ, ein Tausendfüßer, der gemächlich über offene Handflächen wanderte.

Wir schauten genau hin, bestimmten Pflanzen und Tiere gemeinsam und ließen jedes Wesen danach wieder dorthin zurück, wo es hergekommen war. Staunen und Achtsamkeit gehören im Wald zusammen.

Nachmittags: Zeit für die Workshops

Nach dem Mittagessen wurde es kreativ. In den Workshops konnten die Kinder aus verschiedenen Angeboten wählen: Filzen, ein “Auge Gottes” aus Wolle und Stöcken wickeln, Schnüre aus Brennnesselfasern herstellen, eine Barfußwanderung oder mit Sonnenlicht und Pflanzen einen Sonnendruck gestalten. Und das waren nur meine Angebote. Die anderen Teambetreuer hatten auch viele schöne Ideen mitgebracht, von Fußball und Werwolf-Workshops bis zu verschiedenen Kreativangeboten war alles dabei. So war für jedes Kind immer etwas dabei.

Drei Wochen, die sich gelohnt haben

Am Ende jeder Woche gingen andere Kinder nach Hause, als am Montag gekommen waren: ein bisschen wilder, ein bisschen mutiger und mit vielen schönen Erinnerungen. Genau dafür liebe ich diese Arbeit. Der Wald ist der beste Spielplatz, das schönste Klassenzimmer und die spannendste Werkstatt, die ich mir vorstellen kann.

Alte Buche wächst auf einem großen, moosbewachsenen Felsen im Wald


Du möchtest mit deiner Familie oder Gruppe den Wald erleben? Schau dir meine Angebote für Familien oder für Schulen und Kindergärten an. Und wenn du beim nächsten Mal dabei sein möchtest: Die Walderlebnisferien am Soonwald gibt es auch im nächsten Jahr wieder.

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